Planung der Resilienzgruppe
Grundlogik der Priorisierung
- Zuerst Beziehung, Kommunikation und Orientierung
Ohne Vertrauen und gemeinsame Sprache scheitert jede technische Vorsorge. - Dann Basisversorgung im überschaubaren Rahmen
Kleine, machbare Schritte statt umfassender Autarkiephantasien. - Erst später komplexe, konfliktanfällige Bereiche
Diese brauchen soziale Reife und eingespielte Prozesse.
PHASE I:
Soziale Basis & Orientierung, 1–6 Monate
(Höchste Priorität – Voraussetzung für alles Weitere)
1. Kommunikation & Vernetzung
- Wer kennt wen?
- Wie erreichen wir uns im Alltag?
- Wer ist ansprechbar?
Warum zuerst?
Kommunikation ist die Grundinfrastruktur aller Resilienz.
2. Ängste, Erwartungen & Szenarien
- moderierte Gespräche
- unterschiedliche Sichtweisen zulassen
- keine Dramatisierung
Warum?
Unbearbeitete Angst führt zu Rückzug oder Polarisierung.
3. Lokale Ressourcen- & Fähigkeitskartierung
- Fähigkeiten
- Orte
- bestehende Initiativen
Warum?
Sichtbares Können erzeugt Selbstwirksamkeit.
4. Kinder & soziale Verwundbarkeit (Grundüberblick)
- Wer braucht im Notfall Unterstützung?
- Welche Betreuungsressourcen gibt es?
Warum?
Schutz der Schwächsten schafft moralische Legitimität.
PHASE II:
Materielle Resilienz im Kleinen, 6–18 Monate
(Hohe Priorität – sichtbare Praxis, aber begrenzt)
5. Lebensmittel (ergänzend, nicht vollständig)
- Gemeinschaftsbeete
- Kooperation mit lokalen Betrieben
- einfache Lagerung
Warum jetzt?
Ernährung ist konkret, verbindend und lernfähig.
6. Wasser (Verständnis & Notfallwissen)
- lokale Situation verstehen
- einfache Notfallmaßnahmen
- keine Vollautarkie anstreben
Warum nicht früher?
Komplex, technisch sensibel, konfliktanfällig.
7. Gesundheit & Nachbarschaftshilfe
- Erste-Hilfe-Wissen
- Besuchsdienste
- Pflegeunterstützung
Warum?
Gesundheit verbindet Vorsorge mit Mitmenschlichkeit.
8. Energie & Wärme (niedrigschwellig)
- Notfallkochen
- Wärme teilen
- vorhandene Ressourcen sichtbar machen
Warum begrenzt?
Hoher Investitionsbedarf → vorsichtig angehen.
PHASE III:
Stabilisierung & Krisenfähigkeit, ab 18 Monate
(Mittlere Priorität – erst bei gewachsenem Vertrauen)
9. Entscheidungs- & Konfliktstrukturen
- Wie entscheiden wir?
- Wie gehen wir mit Konflikten um?
Warum später?
Frühe Formalisierung schreckt ab.
10. Sicherheit & gegenseitige Verantwortung
- Präsenz
- Absprachen
- Deeskalation
Warum sensibel?
Hohe Gefahr von Missverständnissen oder Machtfragen.
11. Mobilität & Logistik
- Fahrdienste
- Erreichbarkeit im Krisenfall
Warum später?
Abhängig von Ressourcen und Organisationstiefe.
12. Kultur, Rituale & Sinnstiftung
- gemeinsames Essen
- Erzählen
- Gedenken
Warum nicht zuerst?
Wirkt erst glaubwürdig, wenn Beziehung gewachsen ist.
Zentrale Warnung:
Zu frühe technische Lösungen ohne soziale Basis
erzeugen Misstrauen statt Resilienz.
